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Where the margin is 2020

Where the margin is 2020
February 6-7, 2020, Moscow

IKAR in Mass and Industry Media


Steiler Anstieg der Zuckerpreise

agrarheute.com, 27.09.19


Trendwende oder Strohfeuer? Meistens kommt die Wende, wenn man es am wenigsten erwartet. F?r die Zuckerpreise ging es steil nach oben.

© Adobestock

Meistens kommt die Wende, wenn man es wenigsten erwartet. Die Zuckerpreise sind am Terminmarkt in London und New York jedenfalls kr?ftig nach oben geschossen. Hauptgrund f?r den Anstieg war eine Meldung aus Brasilien.

In der Hauptanbauregion des s?damerikanischen Landes rechnet man mit einer deutlich kleineren Produktion als bisher. Das hat den Preisen einen kr?ftigen Schub gegeben.

Am europ?ischen Kassamarkt kommt dieser Anstieg zwar nicht so schnell an. Dennoch k?nnte dies auch den Preisen f?r Zucker und damit f?r R?ben hierzulande nach oben helfen.

Sicher ist das aber leider nicht – denn viele Eckdaten sind weiter b?risch - und so k?nnte auch der aktuelle Anstieg nur ein Strohfeuer sein.

Zuckerpreise auf 3-Monatshoch

Der in London-Zucker gehandelte Kontrakt f?r europ?ischen Wei?zucker ist diese Woche auf 3-Monats-Hoch geklettert. Mit knapp 341 USD je Tonne (307 Euro/t) notierte der vordere Dezembertermin rund 36 USD ?ber dem letzten Tiefpunkt von Mitte September. Ausl?ser f?r die Rallye waren Bericht aus Brasilien ?ber eine deutlich unter den bisherigen Erwartungen bleibende Produktion.

© Barchart.com

Der Verband der brasilianischen Zuckerindustrie Unica berichtete am Dienstag, dass die Zuckerproduktion in Brasiliens Mitte-S?d-Region in der ersten Septemberh?lfte um fast 6 Prozent im Jahresvergleich auf 2,1 Mio. t geschrumpft ist. Die gesamte Zuckerproduktion bis Mitte September 2019/20 betrug damit etwa 20,0 Mio.Tonnen, was einem R?ckgang von knapp 5 Prozent gegen?ber dem Vorjahr entspricht.

Ursache sind offenbar Unica-Projekte, die die Ethanolproduktion in Brasilien kr?ftig steigern sollen. Sie k?nnten die Zuckerproduktion in Brasiliens Mitte-S?dregion im Zeitraum 2019/20 (S?d-Mitte) um knapp 6 Prozent auf ein 14-Jahrestief von 25 Mio.Tonnen dr?cken und den Zuckermarkt sp?rbar entlasten.

Indien korrigiert neue Ernte nach unten

Unterst?tzung bekam die Zuckerpreise – ganz ?berraschend - auch aus Indien. Dort hatte man die Zuckermenge in Indiens gr??tem Zucker-Staat Maharashtra f?r 2019/20 nach unten gesch?tzt. Die Produktion wurde jetzt nur noch auf 5,2 bis 5,3 Mio. Tonnen veranschlagt. Damit wird die vorige Prognose von 6,44 Mio. t deutlich verfehlt. Ursache f?r die Korrektur sind die monsunbedingten gro?en ?berschwemmungen im vorigen Monat.

© Adobestock

Beeinflusst werden die Zuckerpreise am Weltmarkt au?erdem von der Entwicklung der Ethanol- und Roh?lpreise. Aktuell sind die Roh?lpreise wieder kr?ftig von ihren letzten H?chstst?nden nach dem ?berfall auf die saudischen ?lanlagen zur?ckgekommen. W?hrend das europ?ische Roh?l der Sorte Brent in der vorigen Woche auf 69 USD je Barrel nach oben schoss, wird es am Ende dieser Woche nur noch mit 61 USD je Barrel gehandelt.

Dagegen sind die Ethanolpreise im September um rund 10 Prozent gestiegen. Die schw?cheren Roh?lpreise dr?cken jedoch auch die Ethanolpreise wieder nach unten, so dass die Zuckerfabriken in Brasilien wieder mehr Rohrzucker f?r die Zuckererzeugung als f?r die Ethanolerzeugung verwenden k?nnten.

Russland mit Rekordernte

B?rische Nachrichten f?r den Zuckermarkt kamen in der vorigen Woche aus Russland. Dort hatte das Analystenhaus IKAR seine Prognose f?r die Zuckerproduktion in Russland f?r 2019/20 auf einen Rekordwert von 6,7 Mio. Tonnen nach oben korrigiert. Das wir nat?rlich auch zu einem Anstieg des weltweiten Angebots f?hren.

Auch die Schw?che des brasilianischen Reals gegen?ber dem Dollar wirkt sich negativ auf die Zuckerpreise aus, da der schw?chere Real die Exportverk?ufe der brasilianischen Zuckerproduzenten ankurbelt.

ISO: Defizit reicht nicht f?r Trendwende

Die International Sugar Organisation (ISO) hatte am 9. September mitgeteilt, dass das erwartete globales Zuckerdefizit f?r 2019/20 nicht ausreichen wird, um die riesigen globale Lagerbest?nde abzubauen.

© Adobestock

Begr?ndet wurde das unter anderem auch mit der Aussage, dass ein "Krieg gegen Zucker" den Zuckerkonsum in den westlichen Industrienationen beeintr?chtigt. Laut ISO sinkt die globale Zuckerproduktion im Jahr 2019/20 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent auf 172 Mio. Tonnen.

Gleichzeitig senkte die ISO ihre Sch?tzung des globalen Zucker?berschusses f?r das Wirtschaftsjahr 2018/19 von 1,8 Mio. Tonnen auf 1,7 Mio. Tonnen und prognostizierte f?r 2019/20 ein globales Zuckerdefizit von 4,8 Mio. Tonnen.

Indien mit riesigen Lagerbest?nden

Auch die anhaltende Sorge um noch gr??ere Exporte aus Indien d?rfte weiterhin auf die Zuckerpreise dr?cken. Die indische Regierung hatte am 28. August die Ausweitung der Zuckersubventionen genehmigt, um Exporte von bis zu 6 Mio.Tonnen Zucker im Wirtschaftsjahr 2019/20 zu subventionieren. Dies ist f?r die Entwicklung der globalen Zuckerpreise extrem b?risch.

Indien hat n?mlich gro?e Probleme, seine rekordhohen Zuckerendbest?nde abzubauen, die voraussichtlich am 1. Oktober, dem Beginn der Zuckersaison 2019/20, noch immer bei 14,2 Mio. Tonnen liegen werden und zu Beginn des Jahres 2020 auf 16,2 MMT steigen k?nnten.

https://agrarheute.com/markt/marktfruechte/steiler-anstieg-zuckerpreise-559328



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